Manjeen

…ist die Abkürzung für Marginalized Artisans‘ Network & Joint Endeavor und bezeichnet sich als sekuläre, demokratische und auf Gleichberechtigung abzielende Organisation. Sie vereint zwei wichtige Anliegen: die Unterstützung von ProduzentInnen und die Vermarktung von Produkten dieser ProduzentInnen.

Begonnen haben die Aktivitäten von Manjeen Anfang der 2000er Jahre als ehrenamtliches Engagement von Freiwilligen, die begannen eine Gruppe von jungen Frauen in den Slums von Neu-Delhi zu unterstützen. Vorerst mit Designinputs und Schulungen zur Herstellung von Modeschmuck zur Einkommenserzielung, später auch mit dem zentralen Einkauf der Materialien für die Produktion und Vermarktung – vorerst auf dem lokalen Markt. Doch dieser gestaltete sich schwierig. Die Bedingungen des lokalen Marktes (späte Zahlungen, unverlässliche KundInnen, unregelmäßige Nachfrage und geringe Preise) machten es beinahe unmöglich, die Frauen nachhaltig zu unterstützen und für regelmäßiges Einkommen zu sorgen. So wurde im Jahr 2001 Manjeen auf Basis der Fair-Handels-Prinzipien gegründet, um marginalisierte ProduzentInnen in und um Delhi besser und effizienter unterstützen zu können. Heute exportiert Manjeen 100% seiner Produkte an den Fairen Handel.

Manjeen besteht aus zwei voneinander unabhängigen, eng kooperierenden Organisationen – Manjeen Handicrafts (Vermarktungsorganisation) und Manjeen Association (NGO), die vor allem für die Abwicklung von Projekten und Schulungen zugunsten der ProduzentInnen zuständig ist (teilweise extern finanziert). Die private Vermarktungsorganisation hat aktuell zehn Angestellte. Entscheidungen werden im “Committee of Administration” getroffen, dass sich aus den EigentümerInnen, Angestellten und VertreterInnen der ProduzentInnengruppen zusammensetzt. Dieses trifft sich einmal monatlich. Auf diese Weise sind die ProduzentInnen in die Entscheidungsfindung innerhalb der Organisation eingebunden.

Die ProduzentInnen
Insgesamt arbeitet Manjeen aktuell mit 16 Produzentengruppen in Neu-Delhi (v.a. Modeschmuck), Uttar Pradesh (div. Handwerksprodukte), einer Gruppe in Rajasthan (Holzprodukte) und einer in Bihar (Webwerkstätte). Insgesamt umfasst das Netzwerk von Manjeen ca. 200 ProduzentInnen. Die Frauen arbeiten vor allem in der Herstellung der Keramik, gewobenen Textilien und Modeschmuck. Die zehn wichtigsten Gruppen sind in Delhi, Sambhal, Jodhpur, Meerut und Amritsar angesiedelt und bestehen zu ca. je der Hälfte aus Männern und Frauen. Für die ProduzentInnen von Manjeen stellt die Handwerks-Produktion die wichtigste Einkommensbasis dar. Einige ProduzentInnen verfügen über Land für den Anbau von Grundnahrungsmitteln und verkaufen eventuelle Überschüsse auf dem lokalen Markt.

Die marginasilierten ProduzentInnen der KGD-Group (Khewai Gram Dastkar) aus Meerut im Nordosten von Neu-Delhi besteht aus zehn Frauen und einem Mann. Hauptsächlich wird Modeschmuck hergestellt. Mit der Unterstützung von Manjeen konnte für die Gruppe eine kleine Werkstätte gebaut werden. Ein Generator sorgt für die notwendige Beleuchtung und Belüftung. Für die Mitglieder hat Manjeen eine Kranken- und Lebensversicherung abgeschlossen. Diese Versicherungsleistungen sollen in naher Zukunft auf weitere ProduzentInnengruppen ausgedehnt werden.