Noah‘s Ark

Die Anfänge von Noah’s Ark reichen in die 1980er Jahre zurück, als Samuel Masih 1986 eine sozial ausgerichtete Vermarktungsorganisation gründete. 2002 erfolgte die Teilung in Noah’s Ark International Exports und die Noah’s Handicraft & Artisan Welfare Society (als NGO). Noah’s Ark ist der kommerzielle Arm, der die Bereiche Produktion, Produktentwicklung, technische Beratung, Vermarktung und Export umfasst. Aufgabe der Noah’s Handicraft & Artisan Welfare Society ist die Unterstützung der ProduzentInnen durch Bildungs- und Bewusstseinsprogramme, Kampagnen und soziale Projekte wie:

Eine Stickschule für aktuell 33 junge Frauen mit dem Ziel der Einkommensförderung;
Gesundheitschecks für Angestellte, ProduzentInnen und deren Kinder inkl. zahnärztlicher Untersuchungen und Behandlungen;
ein Trinkwasserprojekt: Ziel ist die Ausstattung aller Werkstätten mit Wasserfiltern;
und eine eigene Schule für 170 – 250 Kinder, deren Eltern das Schulgeld für die öffentlichen Schulen nicht zahlen können.

Sämtliche Aktivitäten der Welfare Society finanzieren sich aus dem Verkauf der Produkte durch Noah’s Ark. In den 1990er Jahren kam Samuel Masih erstmals in Kontakt mit Organisationen des Fairen Handels und trat 2003 der heutigen World Fair Trade Organization (WFTO) bei. Die regelmäßigen Aufträge dieser KundInnen förderten die weitere Entwicklung und den Ausbau der Organisation. Heute ist Noah’s Ark einerseits ein Produktionsbetrieb mit eigenen Werkstätten, andererseits ein Vermarktungsunternehmen, das mit externen ProduzentInnen kooperiert (siehe unten). Insgesamt beschäftigt Noah’s Ark 40 Menschen in den Bereichen Produktion, Verwaltung, Qualitätssicherung, Vermarktung und zur Unterstützung der ProduzentInnen. Zu den KundInnen zählen viele namhafte Fair-Handels-Organisationen in Europa, Japan, USA und Kanada.

Die ProduzentInnen

Die meisten ProduzentInnen von Noah’s Ark sind in und um Moradabad angesiedelt. Es gibt aber auch einige ProduzentInnen in anderen indischen Städten wie Jaipur, Delhi und Saharapur und deren Umkreis. Aktuell arbeitet Noah’s Ark mit rund 50 Produzentengruppen / Werkstätten zusammen, mit vielen von ihnen schon seit über 10 Jahren. Viele der Gruppen / Werkstätten wurden von Anfang an durch Noah‘s Ark unterstützt. Bei den meisten ProduzentInnen handelt es sich um kleine Familienwerkstätten mit 5–15 angestellten HandwerkerInnen. Unter den ProduzentInnen finden sich Angehörige von Minderheiten, Frauen- wie Männergruppen, Basisgruppen (so genannte „grass-root artisans“), Selbsthilfegruppen wie Klein(st)unternehmen. Die ProduzentInnen gelten als marginalisiert. Ihnen fehlt es am Marktzugang und (technischen) Know-how, oft auch an der notwendigen Ausstattung. Viele von ihnen verfügen nur über eine sehr geringe Schulbildung. Die stark muslimisch geprägte Gesellschaft lässt kaum gemischte Gruppen von Männern und Frauen zu. Insgesamt umfassen die Gruppen an die 360 Produzenten und 110 Produzentinnen, wobei die Verteilung je nach Sektor und Art der Tätigkeit sehr unterschiedlich ist. So ist der Metall verarbeitende Sektor traditionell in Männerhand, während in der Schmuckherstellung und im Textilbereich vor allem Frauen vertreten sind. Für die ProduzentInnen stellt das Einkommen aus der Handwerks-Produktion das Haupteinkommen dar. Rund 50% der ProduzentInnen leben in Dörfern und haben Zugang zu eigenem Land. Sie bauen in der Regel etwas Weizen, Reis und andere Nahrungsmittel für den Eigenbedarf ihrer Familien an.